11. Mai 2016 Autor: Sabine Andresen

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Planer-Netzwerk TGA gegründet

Fach- und Hochschulen müssen Fachplaner praxis- und marktbezogener ausbilden +++ Initiative plädiert für neue Module und Konzepte bei TGA-Studiengängen

(Abb. Netzwerk Planer TGA)(Abb. Netzwerk Planer TGA) In einem neu gegründeten Netzwerk Planer Technische Gebäude-Ausrüstung (TGA), Bruchköbel, wollen hessische Planungsbüros der TGA-Branche dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Zugleich wollen sie der Ausbildung von Fachplanern der Technischen Gebäudeausrüstung an den Fach- und Hochschulen neue, praxis- und marktbezogene Impulse geben.

„Wir wollen nicht länger den Mangel an jungen, gut ausgebildeten Fachkräften nur konstatieren und zusehen, wie Personaldienstleister Fachkräfte aus den Büros abwerben und in der Branche Ingenieure umverteilen“, begründet Dipl.-Ing. Andreas Klöffel, Vorsitzender des Netzwerks Planer TGA, die Initiative von sechs Planungsbüros in Hessen.

Das Netzwerk will zeigen, dass die TGA-Branche innovativ und die Unternehmen perspektivreiche und lukrative Arbeitgeber für ingenieurtechnischen Nachwuchs sind. Weitere Branchenunternehmen werden aufgerufen, sich in der Initiative zu engagieren und dem Netzwerk beizutreten.

„Der Fachkräftemangel in unserer Branche resultiert weniger aus den geburtenschwachen Jahrgängen. Aus unserer Sicht haben die Fach- und Hochschulen in den letzten Jahren zu stark auf Trendstudiengänge im Bereich Green Energy gesetzt. Dabei haben sie die Anforderungen des Markts aus den Augen verloren“, urteilt Klöffel.

Die Absolventen der Fach- und Hochschulen erfüllen in der Regel immer weniger die Anforderungen, die in den Planungsbüros auf sie warten.

"Die Ingenieurbüros müssen frühzeitig die Entscheidungsgrundlagen für den Einsatz von Gebäudetechnik schaffen und die Bauherren kompetent beraten. Dies ist aber nur möglich, wenn unsere Ingenieure über ein umfassendes Wissen im Bereich der Gebäudetechnik verfügen. Hier bestehen große Ausbildungsdefizite. Diese erschweren nicht nur uns, sondern auch ausführenden Unternehmen, Projektentwicklern, Projektsteuerern, der Industrie, großen Bestandshaltern und Dienstleistern im Bereich Facility Management die Fachkräftegewinnung", so Klöffel.

Das Netzwerk Planer TGA bietet den Fach- und Hochschulen aus diesen Gründen an, ihre Studiengänge und Lehrinhalte basierend auf dem Praxiswissen und den aktuellen wie künftigen Anforderungsprofilen des Markts zu überprüfen, neu auszurichten und Ausbildungsmodule neu zu konzipieren. Mit der Technischen Hochschule Mittelhessen gibt es dazu bereits erste Gespräche. Vorstellbar sei zum Beispiel, die Bachelorausbildung im Kern auf die Technische Gebäudeausrüstung zu konzentrieren. In einem Masterstudiengang könnten nachfolgend Spezialisierungsrichtungen angeboten werden.
Die Ansprechpartner und Planungsunternehmen des Planer-Netzwerks finden sich hier.

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Artikelnummer: cci43443
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Kommentare (3):

Als (ehemaliger) Planer und Hochschullehrer an der HTW Dresden - Studientrichtung Technische Gebäudeausrüstung (Abschluss Dipl.-Ing. (FH)) - kann ich die im Beitrag formulierten Entwicklungen und Ziele nachvollziehen und bestätigen. An der HTW Dresden pflegen wir seit Jahren die Vermittlung praxisrelevanter Inhalte gepaart mit den theoretischen Grundlagen, um vor allem für den Planeralltag möglichst gut gerüstete Absolventen auszubilden. Dazu gehören neben der maschinenbauorientierten Grundausbildung auch die zeichnerisch/konstruktiven Ausbildung durch Belegprojekte (teilweise gemeinsam mit Architekturstudenten) sowie z.B ein Modul zu den Themen VOB, AVA, Planungsprozess HOAI-Leistungsbilder, Buaüberwachung, Kostenermittlung etc. Insofern sind unsere Absolventen ziemlich gut gerüstet für den Praxiseinsatz, wie wir gelegentlich zu hören bekommen. Allerdings bleibt es allen Beteiligten nicht erspart, dass Praxiserfahrung nur gesammelt und nicht gekauft werden kann.

Prof. Dr.-Ing. Mario Reichel, Professur TGA /Regenerative Energiesysteme
11.05.2016
Auch sollte bei der Ausbildung nicht der Bereich der Brandschutztechnik (Brandschutzklappen, Entrauchungsklappen, Abschottungen) vergessen werden, da in den letzten Jahren sich die Anforderungen auf Grund der europäischen Normenwelt stark geändert haben.

DI(HTL) Manfred Pfündl, Geschäftsführender Gesellschafter G & P Air Systems, Wien
12.05.2016
Die Forderung nach Ausbildungsinhalten zur Planung von TGA-Anlagen kann ich nachvollziehen und sehr begrüßen. Ob jedoch ein Bachelorabschluss ausreichend ist, wage ich jedoch bei der Komplexität der TGA-Planung ernsthaft zu bezweifeln.
Mit der Etablierung der TGA-Ausbildung an der HTW Dresden wurde von mir auf der Grundlagen von praktischen Erfahrungswerten der eigenen Planungstätigkeit in der HL-Technik von 1991 bis 1995 das Fach „Planung von TGA-Anlagen“ in die Ausbildung der Ingenieurstudenten der TGA eingeführt. Meine Erfahrungen wurden auch in einem Buch (Trogisch: RLT-Anlagen – Leitfaden für die Planungspraxis“) dokumentiert, das als Grundlage für die Ausbildung genutzt wurde. Gleichzeitig wurde den Studenten empfohlen, die Wahlfächer „Rhetorik“ und „Ingenieurrecht“ zu belegen, da dieses Wissen und die Fähigkeiten im Planungsprozess neben den fachlichen Grundlagen notwendig sind.
Im Abschluss des Fachs mussten die Studenten auf der Grundlage einer Aufgabenstellung und dazugehörigen Architektenplänen einen Vorentwurf für die Gewerke RLT, Heizung, Sanitär, Gas auch unter ökologischen Aspekten erarbeiten. In einer Präsentation vor den Kommilitonen wurden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.
Diese Vorlesungsreihe setzt mein Nachfolger, Prof. Reichel, fort, und es gelang ihm, bei einem entsprechenden Projekt eine Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungsfindung durch Architektur- und TGA-Studenten zu gestalten, ebenfalls mit einer abschließenden Präsentation und Dokumentation.
Um die Ausbildungsseite an der HTW bzw. TU Dresden für die künftigen Ingenieure im Gebiet der TGA und Energietechnik stärker an die späteren Bedingungen in der Planungs- und Ausführungspraxis heranzuführen und gleichzeitig sich intensiv um den künftigen Nachwuchs zu kümmern, gründeten Vertreter von Planungsbüros, Ausführungsfirmen, Hochschullehrer im Oktober 2011 den Verein zur Förderung der Ingenieurausbildung der Gebäude- und Energietechnik Dresden. Mitglieder des Vereins sind auch Fachleute der TGA-Branche und Studenten bzw. Absolventen.
Hauptaktivitäten sind Branchentreffs, wo Anlagen besichtigt und Planungslösungen vorgestellt werden und die Studenten die praxisnahe Möglichkeit der Wissensvermittlung, der Kommunikation und der wichtigen Kontaktaufnahme haben.
Jährlich findet ein thematisches Fachsymposium statt, wo sich neben den Vorträgen Fachunternehmen und Planungsbüros der TGA-Branche vorstellen.
Zusätzlich unterstützt der Verein auch studentische Fachexkursionen (eintägig, 5-tägig) finanziell. Für sehr gute Diplomarbeiten werden einmal im Jahr durch den Verein Förderpreise verliehen.
Die vergangenen und aktuellen Aktivitäten des Vereins sind auf der Website (www.fv-gebaeudeenergie-dresden.de) nachzulesen.
Nur durch gemeinsames Handeln von Lehre und Praxis wird es möglich sein, den nach meiner Meinung durch die TGA-Branche selbstverschuldeten Engpass an TGA-Absolventen zu kompensieren. Ein Vorteil in Dresden ist es, dass sowohl an der HTW als auch der TU es die traditionelle Ingenieurausbildung noch gibt und weiter geben wird.

Prof. Dr.-Ing. Achim Trogisch
17.05.2016

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