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11. Januar 2019 Autor: Rolf Grupp

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Diskussion zu TAV-Decken im OP-Saal

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat eine Stellungnahme zur TAV-Decken im OP-Saal veröffentlicht.

Darstellung der Luftströmung aus einer numerischen Simulation eines OP-Saals. (Abb. Hildebrand)Darstellung der Luftströmung aus einer numerischen Simulation eines OP-Saals. (Abb. Hildebrand) Die DGKH-Erklärung kommt zum Schluss, dass auf keinen Fall eine Empfehlung gegen TAV-Decken im OP-Saal gegeben werden kann.

TAV-Decken mit Schutzbereichen von 3 x 3 m sind der turbulenten Belüftung überlegen – sie reduzieren Pathogene und Partikel effektiver, führen potenziell kanzerogenen chirurgischen Rauch wirksamer ab und schützen damit Patienten, Operateure und Instrumente. Daher sollen, wie in der aktuellen DIN 1946 Teil 4 "Raumlufttechnik - Raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens " gefordert, TAV-Decken in OP-Abteilungen eingebaut werden, entsprechend dem Risiko der durchgeführten Operationen. Anhand der DGKH-Ausführungen lässt sich unter anderem folgern, dass auf Grund zunehmender Gewebeentnahmen und der Anforderungen hierbei davon auszugehen ist, dass künftig zwingend TAV-Decken erforderlich sind und die Anforderungen an OP-Säle im Sinne von Reinräumen steigen werden.

2016/2017 hatten Bischoff, Gastmeier, Allegranzi et al. mehrere Publikationen herausgebracht, in denen die Installation von TAV-Decken abgelehnt wird. In diesen Veröffentlichungen werden verschiedene Studien herangezogen, die aus methodischen Gründen nicht für eine Bewertung von TAV/LAF-Decken genutzt werden können. Dies betrifft die Studien von Hooper et al. (2011 – nicht nachvollziehbare Infektionsraten), Namba et al. (2012 – USA: andere Standards von TAV-Decken), Miner et al. (2007 – USA, andere Standards von TAV-Decken) und Jeong et al. (2013 – wahrscheinlich andere Standards von TAV-Decken in Korea). Auch die Studien von Brandt et al. (2008) und Breier et al. (2011) aus Deutschland haben erkennbare methodische Mängel. Somit bleiben nur wenige Studien übrig, die teilweise eine Schutzwirkung von TAV-Decken belegen, in der Summe aber nicht für eine endgültige Bewertung ausreichend sind.

Wir haben uns für Sie durchgeklickt. Mitglieder finden den Direktlink zur Stellungnahme auf Seite 2.

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Artikelnummer: cci69273
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Kommentare (1):

Die Erklärung, weshalb die TAV-Lüftungen seit vielen Jahren in der Kritik stehen, wird in der Stellungnahme gleich mitgeliefert. Sie beschreibt ausführlich als wohl wichtigste Keimquelle die Köpfe der Operateure (Ohren, Haare, Nase), die beim Operieren oberhalb des Operationsfeldes sind. Hier geben diese ihre bakterienbeladenen Partikel in den Luftstrom ab, der gegen die offene Wunde gerichtet ist! Es ist wohl eher ein Glücksfall für die Patienten, dass die Luftströmung hier infolge der Störquellen (OP-Lampen, Deckenversorgungseinheiten, Operateure) eher chaotisch als laminar nach unten gerichtet erfolgt. Seit der Einführung und in allen Prüfverfahren wird jedoch konsequent von bodennahen Partikelquellen ausserhalb und innerhalb der Schutzbereiches ausgegangen (in DIN 1946-4/2018 neu 120 cm ab Boden) und nie von einer Partikelquelle oberhalb des Operationsfeldes. – Die zahlreichen Fälle von luftübertragenen, postoperativen Mykoplasmen-Infekten aus Heater-Cooler Einheiten ausserhalb des Schutzbereiches haben gezeigt, wie fragil die Schutzwirkung ist, auch für Erreger die von ausserhalb kommen.
Unrichtig ist die Aussage, dass die einströmende, etwas kühlere Luft «langsam nach physikalischem Prinzip nach unten fällt» und widersinnig ist die Feststellung, dass «dieses physikalische Prinzip durch den Wärmeeintrag der Personen und Geräte ohne zusätzliche Massnahmen gewährleistet wird». Die für die Schutzwirkung geforderte, nach unten gerichtete Luftströmung von 0.23 m/s kann nur erreicht werden, wenn die Luft mit gerichteten Impuls eingebracht wird. Diesem Impuls entgegengesetzt ist der thermische Auftrieb durch die bodennahen Wärmequellen, der turbulenzfördernd wirkt.
Man darf gespannt sein auf die definitiven Resultate des momentan am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin laufenden Forschungsprojektes, in dem die TAV-Lüftung zusammen mit verschiedenen Varianten von Misch- und Quelllüftungen mit modernster Methodik bezüglich ihrer Schutzwirkungen evaluiert werden.
Dr.med. Walter Hugentobler, medizinischer Berater Condair AG
Walter Hugentobler 13.01.2019

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