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7. April 2017 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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  • cci Forum: Wärmeübergang bei Geschossdecken
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cci Forum: Wärmeübergang bei Geschossdecken

Gelten die in der DIN EN 1264 Teil 4 "Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme" geforderten Mindestwärmeleitwiderstände der Dämmschichten auch für thermisch aktivierte Decken.

Wenn sich der Estrich (CAF) bei Hohlraumböden direkt auf der Trägerplatte befindet, werden aufgrund der fehlenden Dämmplatte im Beispiel ca. 15 W/m² Wärme unkontrolliert an den Raum abgegeben. (Abb. Behr) Wenn sich der Estrich (CAF) bei Hohlraumböden direkt auf der Trägerplatte befindet, werden aufgrund der fehlenden Dämmplatte im Beispiel ca. 15 W/m² Wärme unkontrolliert an den Raum abgegeben. (Abb. Behr)
Die DIN EN 1264 Teil 4 "Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung - Installation" (November 2009) wurde hinsichtlich ihres Anwendungsbereichs gegenüber der Vorläufernorm von 2001 erweitert. Die in Tabelle 1 der Norm (Seite 6) geforderten Mindestwärmeleitwiderstände der Dämmschichten unter den Leitungen des Fußbodenheiz- bzw. Kühlsystems müssten nun zum Beispiel auch bei thermisch aktivierten Decken für die darüber liegenden Räume gelten. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die unerwünschte Wärmeabgabe ohne Wärmedämmung nach oben eventuell größer ist als die dem unter der Decke liegenden Raum zugedachte. Hinzuzufügen bleibt, dass die Räume unterschiedlichen Mietbereichen, bei vergleichbarer Nutzung, zugeordnet sein können.
Frage: Ist eine Wärmedämmung erforderlich und ist die Norm in diesem Sinne anzuwenden?

Von der Verbrauchsabrechnung und der Regelbarkeit des oberen oder unteren Raumes her gesehen macht das auch Sinn. Und natürlich von der Energieeffizienz her ganz besonders. Zur Regelung der Raumtemperatur im darüber liegenden Raum bleibt oft nur der Weg über eine Regulierung durch das Öffnen der Fenster.
Peter Behr, Ingenieurberatung, Stuttgart

Wenn sich der Estrich (CAF) bei Hohlraumböden direkt auf der Trägerplatte befindet, werden aufgrund der fehlenden Dämmplatte im Beispiel ca. 15 W/m² Wärme unkontrolliert an den Raum abgegeben. (Abb. Behr)


Antwworten der Leser

1.
Wir können vor lauter Normbewusstsein auch die tatsächlich sinnvolle Funktion vergessen. Warum sollen wir zusätzliche Dämmung installieren, um die Leistung der Anlage größer dimensionieren zu müssen? Die 15 W/m², die nach oben verloren gehen, brauchen der Etage darüber nicht mehr zugeführt zu werden. Es ergibt nur für die Dämmstoffindustrie einen Sinn, wenn jede Geschossdecke gedämmt wird. Für den Komfort der Nutzer ist es günstiger, wenn ein Teil der Wärme/Kälte auch über den Fußboden kommt. Bei der Abrechnung kann ein Teil dieser Energie pauschal berücksichtigt werden, es ist jedoch nur für den Mieter der untersten und obersten Etage von Bedeutung.

Herbert Haser, Leiter Energy-Management, Klima Becker S.A., Luxembourg

2.
Ich beantworte Ihre Frage in meiner Funktion als Obmann des Normungsausschusses. Grundsätzlich wurde die Norm als Fußbodenheizungsnorm entwickelt und auf die anderen Ausrichtungen (Decke und Wand) erweitert und ist daher in den Wand- und Decken-Ausführungen weniger präzise. Aus meiner Sicht gibt es jedoch zwei Abschnitte die eine Berücksichtigung der Dämmschichtdicken in Tabelle 1 auch für Decken erforderlich machen:
- 1. die Allgemeine Anforderung (Abschnitt 4.2.1), dass die Anforderungen des Fußbodensystems auch grundsätzlich für Wand und Deckensysteme gilt:
4.2 In Decken und Wände integrierte Heiz- und Kühlsysteme
4.2.1 Allgemeines
Grundsätzlich gelten die oben für Fußbodenheiz- bzw. Kühlsysteme angegebenen Anforderungen, sofern sie anwendbar sind, auch für diese Heiz- und Kühlsysteme. Daher enthalten die folgenden Abschnitte nur zusätzliche Anforderungen oder, falls erforderlich, Änderungen von Anforderungen.

- 2. der Abschnitt 4.2.3 "Dämmung", der explizit auf die Tabelle 1 hinweist (hier wurde das Ganze noch dadurch ergänzt, dass die Dämmschicht sich bei Außenwänden auch auf mehrere Schichten verteilen kann):
4.2.3 Dämmung
Die Dämmung für Decken- und Wandheiz- bzw. Kühlsysteme hängt von der Beschaffenheit der angrenzenden Räume bzw. der äußeren Umgebung ab (siehe Tabelle 1) und darf in Abschnitte verschiedener Lagen unterteilt werden, z. B. im Falle von Außenwänden in eine direkt hinter dem System angeordnete Lage und eine an der Außenseite angeordnete Lage.

Dr.-Ing. Frank Bitter, WSPLab, Stuttgart, Obmann des Normungsausschusses der DIN EN 1264 Teil 4

Artikelnummer: cci56544

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