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29. Mai 2017 Autor: Karl-Heinz Thielmann
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Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)

Das Thema Gewässerschutz findet sich im Wasserhaushaltsgesetz, in den Länderwassergesetzen, im Umweltschadensgesetz und im Strafrecht (§ 324 StGB). Insofern sollte jeder, der zum Beispiel eine Kälteanlage errichtet, wartet, repariert oder reinigt, sich vor Ausführung seiner Tätigkeiten mit den geltenden Regeln befassen, insbesondere mit der künftigen Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). In der neuen AwSV werden die bislang 16 Länderverordnungen in Deutschland zu einer einheitlichen Verordnung auf Bundesebene zusammengefasst. Gleichwohl sind die länderspezifischen Gesetze und Verordnungen ebenfalls maßgebend für den Einsatz von erdgekoppelten Wärmeübertragern. Der erste Ansprechpartner für Fragen ist daher die untere Wasserbehörde.

In der 956. Sitzung hat der Bundesrat mehrheitlich beschlossen, den Verordnungsentwurf der Bundesländer Bayern und Rheinland Pfalz der Bundesregierung zuzuleiten, zum unmittelbaren Erlass dieser Verordnung durch die Bundesregierung. Die Verordnung tritt am 1. August in Kraft.

Die neue Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) unterscheidet sich nur wenig vom früheren Entwurf. Die Vorschriften betreffend Gärrestelager von Biogasanlagen (§ 23 und § 68 Abs. 10 AwSV-Entwurf 2014) werden in § 12 der neuen Düngeverordnung aufgenommen. Alle übrigen Vorschriften sind – bis auf geringfügige redaktionelle Anpassungen – unverändert.

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Artikelnummer: cci56903
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Kommentare (2):

Der Artikel lässt meiner Meinung nach noch einige Fragen offen, die ich nachfolgend aufgeführt habe.
Mir, und unserem gesamten Unternehmen, würde eine Beantwortung sehr weiterhelfen.

1. Was gilt unter 220 l Anlagenvolumen außerhalb von Schutzgebieten?
Heißt das, dass ich bei z.B. einem Trockenkühler dann keine Maßnahmen habe? Und gilt hier nur das Volumen des Trockenkühlers oder zählt auch das Volumen der Rohrleitungen auf dem Dach mit, wobei das meiner Meinung nach laut AwSV §21 (1) nicht dazuzählen dürfte.

2. Wie ist das bei Außeneinheiten von Splitanlagen oder Kältemaschinen unter 220 l Öl?
Vom Hersteller der Öl- und Glykolprotektoren kommt hier immer wieder der Besorgnisgrundsatz. Nach WHG als „Totschlagargument“, also immer Wanne auch bei einem Liter Öl (was unsere Millionen Autos ja auch nicht haben).

3. Gibt es notwendige Maßnahmen im Gebäude, also z.B. bei dem sehr oft gebauten Fall bei einer Kälteanlage mit einem Trockenkühler auf dem Dach?
(nach AwSV) und einer Kältemaschine in einer Zentrale, die üblicherweise Bodenabläufe mit Anschluss an SW-Netz haben?

4. Gibt es notwendige Maßnahmen im Gebäude beim Einsatz von Kreislaufverbundsystemen in RLT-Zentralen, wo ja auch immer Glykol zum Einsatz kommen muss und ich ebenfalls Bodenabläufe mit Anschluss am SW-Netz habe."

Uwe Hollenbach, ZWP Ingenieur-AG, Berlin
29.05.2020
Frage 1: Außerhalb von Schutzgebieten hat man die allg. Besorgnisgrundsätze, wie sie sich aus dem WHG ergeben einzuhalten.

Frage 2: Es ist grundsätzlich das gesamte Volumen anzusetzen. Das ergibt sich aus § 18 Absatz 3 Satz1. Das Rückhaltevolumen muss dem Volumen der wassergefährdenden Stoffe entsprechen. Da in aller Regel eine Pumpe das Kühlwasser fördert, kann es sich nicht nur auf das Volumen im Trockenkühler oder der Leitungen auf dem Dach handeln. § 21 bezieht sich auf Rohrleitungen.

Frage 3: Der Besorgnisgrundsatz greift immer – siehe Frage 1. Nach AwSV § 1 Absatz 3 würde bei einer Installation außerhalb von Schutzgebieten die AwSV nicht greifen. Der Besorgnisgrundsatz schon. Man muss sich immer Fragen, welcher Schaden kann entstehen – eine erhebliche Gefährdung eines Gewässers?

Frage 4: Ablauf in einen SW Netz? Wenn das bedeutet es wird in einen Schmutzwasserkanal entwässert / eingeleitet ist dem Sinne nach der AwSV genüge getan. Wichtig ist, dass das Glykol-Wasser Gemisch in der Kläranlage landet. Die kann damit umgehen. Schön wäre es, wenn man im Falle einer Havarie der Kläranlage Bescheid gibt. Dann kann die sich besser darauf einstellen.

Die Schulungen der Überwachungsgemeinschaft Kälte- und Klimatechnik (ÜWG), Bonn, gehen ausführlich auf solche Beispiele ein. Anbei der Link zum Anmeldeformular: https://www.uewg-kaelte.de/pdf/Info-undAnmeldung_UeWG-Sachkundeschulungen.pdf.

Karl-Heinz Thielmann, Überwachungsgemeinschaft Kälte- und Klimatechnik (ÜWG), Bonn
29.05.2020

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