28. August 2015 Autor: Sabine Andresen

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Luftlösungen: Component Award 2016 ausgelobt

In der Praxis scheitert der Einsatz einer Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung oft am Preis, so das Passivhaus Institut, Darmstadt. Um kostengünstige Ansätze zu fördern, die der Schlüsseltechnologie zu einem Durchbruch im Massenmarkt verhelfen könnten, hat das Institut den "Component Award 2016" für Lüftungslösungen im Wohnbau ausgelobt.

.Gefragt sind dabei ganzheitliche Konzepte für ein Bestandsgebäude, die nicht nur hoch energieeffizient, sondern auch wirtschaftlich sind. Die Verleihung des Awards erfolgt auf der 20. Internationalen Passivhaustagung, die vom 22. bis 23. April 2016 in Darmstadt stattfindet.
Die Bewertungsbasis beim Component Award 2016 ist ein typisches Gebäude aus den 1960er Jahren. Maßgeblich ist dabei eine Lebenszyklusbetrachtung unter Berücksichtigung aller Kosten – Kosten für Gerät, Komponenten und Kanalnetz ebenso wie Installationskosten und zusätzliche Aufwendungen etwa für Geräteeinhausungen oder Deckenabhängungen. Die Jury berücksichtigt außerdem auch Aspekte wie Praktikabilität hinsichtlich Montage und Nutzung sowie die architektonische und gestalterische Qualität der Geräteintegration. Die detaillierten Ausschreibungsunterlagen sind ab sofort online verfügbar.

Für den Component Award 2016 zugelassen sind alle Lüftungsgeräte, die vom Passivhaus Institut zertifiziert sind. Durchaus möglich ist dabei die Einreichung von innovativen Lösungen für schrittweise durchgeführte Sanierungen, auch wenn diese derzeit erst als Prototyp verfügbar sind. Entscheidend ist die Kalkulierbarkeit der Kosten. Ausdrücklich erwünscht ist die Teilnahme von interdisziplinären Teams aus Haustechnikplanern, Architekten und Herstellern. Einsendeschluss ist der 31. Dezember.
Weitere Informationen: www.europhit.eu Menüpunkt "Events/Awards"

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Artikelnummer: cci35171
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Kommentare (1):

Dass es den „Component-Award 2016“ vom PHI gibt, wissen wir schon seit einiger Zeit. Es gab ein Rundschreiben an viele Hersteller von Lüftungssystemen. Dieser Award wurde bereits kontrovers zwischen vielen Herstellern diskutiert, da nicht alle technischen Lösungen die Chance haben, an dem „Wettbewerb“ teilzunehmen. Eine kostengünstige Lösung für Wohnungslüftungen mit Wärmerückgewinnung ist derzeit ein dezentrales Lüftungssystem. Die Investitionskosten für die Geräte sind deutlich niedriger, im Gebäude kann auf Kanäle verzichtet werden, wodurch die Kanäle an sich, der Einbau dieser und der Raum für die Kanäle eingespart werden kann, die Wartungskosten sind deutlich geringer (z.B. keine Kanalreinigung, deutlich günstigere Filter) und die Leistungsaufnahme, also der Stromverbrauch ist niedriger. Nimmt man alle Einsparungen zusammen, so kommen schnell 60 % Einsparpotenzial gegenüber zentralen Lüftungslösungen zusammen.
Bis vor ganz kurzer Zeit (wenige Wochen) gab es nicht einmal die Möglichkeit, eine Vielzahl von dezentralen Lüftungsgeräten vom PHI zertifizieren zu lassen. Es mangelte schlicht an den Prüfvorgaben. Man konnte dezentrale Geräte nur nach den Vorgaben für zentrale Systeme prüfen lassen. Sarkastisch gesagt wäre das dann etwa so, als würde man ein Auto mit einem Bus vergleichen. Beide bringen uns ans Ziel, aber der Kofferraum des Busses wird immer größer sein als der des Autos, dafür ist der Spritverbrauch größer.
Nun sind Prüfvorgaben (für dezentrale Systeme) da. Jedoch so formuliert, dass die Mehrheit der technisch hoch entwickelten Geräte am Markt diese Prüfungen gar nicht bestehen würden oder so „schlecht“ abschneiden, dass sie wohl kaum jemand anhand der technischen Daten aus diesen Prüfungen auswählen würde.
Dezentrale Geräte erfüllen nunmal andere Anforderungen als zentrale Systeme. Die Motoren sind kleiner und schwächer (was auch gut so ist, denn dadurch sind die Geräte leiser und der Stromverbrauch ist niedriger) als bei zentralen Geräten (dort muss der Wiederstand in den Rohrleitungen überwunden werden, viele Umleitungen und Verteiler müssen durchquert werden und große Filter sowie Wärmetauscher müssen angeströmt werden).
In den Prüfungen wird dieses Verhalten nun als „Nachteil“ dargestellt. Es wird ein künstlicher Gegendruck an den Geräten aufgebaut um ein Kanalnetz, Filter, Wärmetauscher usw. zu „simulieren“. Dieser Druck ist für dezentrale Geräte aber so groß, dass der Volumenstrom der Geräte deutlich beeinflusst wird. Dadurch werden die technischen Daten der Geräte in dieser Situation ziemlich verändert (die Leistungsaufnahme steigt dramatisch, der theoretische Luftaustausch ist deutlich geringer, die Geräte werden sehr laut…). In der Praxis gibt es aber diese Situation gar nicht, zumindest nicht für dezentrale Geräte. Diese sind ja ohne wiederstandserzeugende Anbauten direkt in der Wand verbaut. Maximal der Filter und vielleicht der Wärmetauscher können ohne Reinigung nach Monaten verschmutzen und so den Luftwiderstand erhöhen. Soetwas kann aber bei zentralen Systemen ebenfalls passieren und den Wiederstand nochmals erhöhen. Bei entsprechender Filterreinigung (die die Geräte ohnehin anzeigen) und Gerätewartung entstehen keine Luftwiederstände wie in den Prüfungen vorgegeben.
Was bedeutet dies nun?
Für den Award können nur vom PHI zertifizierte Geräte eingereicht werden. Alle eingereichten Geräte müssen also die Prüfungen des PHI durchlaufen.
-In Deutschland ist es aber z.B. so, dass alle Lüftungsgeräte vom DIBt (Deutschen Institut für Bautechnik) eine sog. allgemeine bauaufsichtliche Zulassung benötigen. Ohne diese Zulassung dürfen die Geräte gar nicht verbaut werden.
Bei diesen Prüfungen werden bereits alle wichtigen technischen Daten erfasst, nur eben etwas anders als beim PHI. Trotzdem sind die Daten vorhanden und offiziell anerkannt. So werden z.B. mit den aus diesen Prüfungen des DIBt gewonnenen Daten die Energiebedarfe berechnet, Förderungen beantragt oder Heizungen dimensioniert. Es ist also nicht so, als wären diese Daten nichts „wert“. Die Daten des DIBt spielen hier für den Award keine Rolle, da ausdrücklich eine PHI-Zertifizierung verlangt wird.
In der Praxis ist es zumindest so, dass auch in zertifizierten Passivhäusern nicht zertifizierte Geräte eingebaut werden „dürfen“. Dann werden Abschläge von den technischen Daten gemacht (anderes Thema). Aber zumindest können diese Geräte eingesetzt werden.
„Nur“ die PHI-Zertifizierung reicht z.B. in Deutschland auch nicht aus. Es muss eine DIBt-Zulassung vorhanden sein.
Und die DIBt-Zulassung kosten sehr viel Geld. Was die Geräte schon teurer macht als z.B. in anderen Ländern, in denen solche Prüfungen nicht vorgeschrieben sind. Die PHI-Zertifizerung bedeutet natürlich auch wieder Aufwand und vor allem Kosten für die zusätzliche Prüfung. Kosten sparen für den Nutzer kann man sicher besser…
Fazit:
Viele dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung können hier an diesem Award gar nicht teilnehmen. Oder wenn, dann wären die technischen Daten der Geräte durch die vorgegebenen Prüfungen extrem schlecht und nicht mehr „konkurrenzfähig“ mit anderen Systemen. Zusätzlich entstehen Kosten in enormer Höhe für die Zertifizierung und die Prüfungen, was die Geräte wieder deutlich teurer macht als für den „gewöhnlichen“ Markt.
Somit wird bei dem Award sicher ein Gerät den Preis gewinnen können. Und es wird sicher nicht schlecht sein. Jedoch wird das dann nur das Gerät sein, welches unter den bestimmten Bedingungen die „günstigste Lösung“ sein wird. Die günstigste Lösung am Markt und damit die wirtschaftlich beste Lösung wird so nicht gefunden!
Michael Merscher, LUNOS Lüftungstechnik GmbH 28.08.2015

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