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23. April 2019 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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  • Luftleitungssanierung in Mehrzweckhalle
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Luftleitungssanierung in Mehrzweckhalle

In der Schwarzachhalle in Schwarzach finden sportliche und kulturelle Veranstaltungen sowie ein etablierter Gastronomiebetrieb statt. Die Halle hat eine Grundfläche von 18 x 36 m und beherbergt neben der großen Halle eine Kegelbahn im Untergeschoss sowie diverse Versammlungs- und Sozialräume. Nach 40 Jahren Nutzung war jedoch eine Sanierung der Mehrzweckhalle notwendig. Bei der Sanierung wurde unter anderem ein innovatives Luftleitungsystem, das wenig Raum beansprucht, eingebaut. In die Modernisierung investierten die Gemeinde Schwarzach und das Land Baden-Württemberg rund 6 Mio. €.

Daten und Fakten zum Projekt
Bauherr Gemeinde Schwarzach
Projekt Sanierung Schwarzachhalle (Errichtung: 1977)
Planung/Bauleitung Huber Architekten PartGmbB, Mosbach-Schwarzach-Billigheim
Planung Haustechnik/Lüftung Ingenieurbüro Willhaug GmbH, Mosbach
Installation Lüftungstechnik Körber Wärmetechnik GmbH, Schefflenz Fachberatung
Lüftungssystem Insgesamt sechs Lüftungsgeräte sowie einige hundert Meter selbsttragende Luftleitungen aus "Climaver A2 neto"-Dämmplatten aus Glaswolle
Isolierung Markus Laidig, Saint-Gobain Isover G+H AG

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Artikelnummer: cci77136

Kommentare (5):

Das Bild der Versprünge vor und hinter dem Unterzug zeigt sehr schön die Probleme der Luftleitungen aus "nicht biegsamen" Platten. Die Formteile sind naturgemäß eckig mit scharfen Kanten, hinzu kommen hier noch Steigungswinkel 45° und (geschätzt) eine Verdoppelung der Luftgeschwindigkeit unter dem Unterzug -- da kann ich nur noch auf die gute Schalldämpfung hoffen.
Ein Deckenabstand des Kanalsystems von 80-100 mm ist nicht normal. Welcher Architekt plant derart großzügig? Bei 30 cm Deckenhohlraum sind 50 mm schon Luxus.
Als letzter Punkt: Wie spart man 50% Lager- und Transportkapazität? Indem die Luftleitungen auf der Baustelle aus angeliefertem Plattenmaterial gefertigt werden. Mal abgesehen von den Fragen wie Fertigungsdauer, wer ist schneller Kanalbau oder Montagetrupp, bleibt noch das Platzproblem der Fertigung.
Über die VDI 6022 möchte ich da gar nicht erst nachdenken.
Rolf Tschersich 24.04.2019
Wie wurde hier die Luftdichtheitsprüfung abgeschlossen ?

Martin Grüber
24.04.2019
Eine sehr gute Frage. Ich kann auf den Bildern keine Klammern auf den Flanschen erkennen.
Der Kanal und die Formteile sind, wenn nach Vorgabe gebaut, sicher in sich dicht.
Rolf Tschersich 24.04.2019
Dieses System wie auch die Systeme anderer Anbieter, werden bisher in der Regel nicht mit klassischen Luftleitungsprofilen montiert (Obwohl es ein System gibt, allerdings beißt sich hier Aluoberfläche mit verzinktem Profil (Kontaktkorrosion!) etwas und erhöht zudem den Luftleitungspreis...), sondern nur zusammengesteckt (Nut & Feder) und mit Aluminiumband überklebt. Alternativ gibt es auch Aluminiumprofile für die Verbindung (wie bei den Alu kaschierten PU-Platten) die dann teilweise wie bei vergleichbaren Systemen entweder auch überklebt werden oder mit einem C-Profil verbunden werden. Grundsätzlich sind diese Systeme relativ dicht. Eine Schwäche sind sicher wie bereits erwähnt die Formteile (in der Regel liegt der Anteil hier bei 40 bis 50 %).

Beim Stichwort Sanierung stellt sich aber eine ganz andere Frage: Hätte man nicht die Bestandsleitungen (teilweise) weiter verwenden können. Kalkuliert man hier die Reinigung der Leitungen und die Abdichtung mit z.B. Aeroseal liegen die Kosten bei rund 10 % der einer Demontage und Neuinstallation, ganz egal ob es sich hier um isolierte Platten, PU, Silikat oder Blech handelt.
Jörg Mez 25.04.2019
Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, diese möchten wir wie folgt beantworten:
Das "Climaver A2 neto"-System wird als Plattenware 3.000 * 1.190 mm ausgeliefert. Aus den Mineralwolleplatten können eckige selbsttragende Luftleitungen mit Abmessungen bis 1.500 mm Kantenlänge für einen Nenndruck von max. 800 Pa hergestellt werden. Die Produkte sind RAL-zertifiziert und erfüllen die Vorgaben der VDI 6022. Darüber hinaus besitzen sie das internationale Eurofins-Gütesiegel „Indoor Air Comfort Gold“. Dieses Label stellt die höchsten Anforderungen an die Minimierung der Innenraumemissionen eines Baustoffs dar.

Durch den beidseitig vorhandenen Stufenfalz entfällt an den Verbindungsstellen der übliche Flansch. Die einzelnen Segmente werden zusammengesteckt und mit Aluminiumklebeband verklebt. Die Ausführung der Etage unter dem Betonunterzug musste aus Platzgründen so gewählt werden und ist sicherlich für die Luftströmung nicht ganz optimal. Hier bietet das System jedoch hervorragende schallabsorbierende Eigenschaften. Über das schalloffene Glasseidengewebe wird der Luftschall in den Mineralwollekern geleitet und dort absorbiert (gewichteter/bewerteter Schallabsorptionskoeffizient ?w = 0,80, Klasse B gemäß DIN EN ISO 354 "Akustik - Messung der Schallabsorption in Hallräumen"). Das komplette Luftleitungsnetz ist hoch schallabsorbierend und ein Einsatz von Telefonieschalldämpfern kann entfallen.
Wird eine Metallluftleitung mit Flansch aus bauphysikalischen oder akustischen Gründen mit einer Mineralwolledämmung gedämmt, sind Abstände von 80 bis 100 mm zwischen Luftleitung und z.B. Betondecke durchaus üblich. Werden die Vorgaben der DIN 4140 "Dämmarbeiten an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der technischen Gebäudeausrüstung - Ausführung von Wärme- und Kältedämmungen" berücksichtigt, muss sogar ein Mindestabstand von 300 mm eingehalten werden.
"Climaver A2 neto" bietet logistische Vorteile für den Verarbeiter und den Handel. Die Produkte werden auf Palette mit je sieben Paketen angeliefert. Dies entspricht einer Isolierfläche von ca. 150 m² Luftleitung bei einem Platzbedarf von gerade mal 3.000*1.200*1.100 mm. Im Vergleich zur Lagerfläche einer vorgefertigten Luftleitung reduziert sich der Platzbedarf um bis 55 %. Somit lassen sich im Vergleich zu vorgefertigten Luftleitungen Lagerflächen und Transportwege einsparen.

"Climaver A2 neto" erreicht die Luftdichtheitsklasse C gemäß DIN EN 13403 "Lüftung von Gebäuden - Nichtmetallische Luftleitungen - Luftleitungen aus Dämmplatten". Gemessen an der DIN EN 1507 "Lüftung von Gebäuden - Rechteckige Luftleitungen aus Blech - Anforderungen an Festigkeit und Dichtheit" für metallische Luftleitungen erzielt das "Climaver"-System sogar eine Einstufung in die restriktivste Klasse D. Auf diese Weise können teure Druckverluste vermieden und Energie eingespart werden. Beim Objekt Schwarzach Halle wurde die Dichtheitsklasse C nach DIN EN 1507 erzielt.

Christoph Tauschwitz, baumarketing.com GmbH, Essen (für Isover)
02.05.2019

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